Die Schneeflockenmethode – Teil 1

Als ich mich entscheiden habe, ein Buch zu schreiben, habe ich mich zuerst gefragt, wie ich anfangen soll. Auf Google bin ich dann ziemlich schnell auf die Schneeflockenmethode von Randy Ingermanson gestossen. Diese Methode hilft dir, dein Buch zu planen und herauszufinden, ob aus deiner Idee wirklich ein Buch entstehen kann.

Anfangs war ich skeptisch, da es sehr viele Schritte beinhaltet nur, um ein Buch zu planen. Ich habe dann aber schnell festgestellt, dass diese Methode Fehler in der Geschichte aufzeigt und einen auf ganze neue Ideen bringt. Deshalb probiere es unbedingt aus! Unten findest du jeden Schritt aufgelistet und auch immer meine persönliche Meinung dazu.

Bitte beachte, dass es möglich, nein sogar zwingend ist, bei gewissen Schritten auf frühere zurückzugreifen und Dinge zu ändern. Diese Methode soll dir mehr über deine Geschichte beibringen. Es passiert also ganz sicher, dass dir während der Bearbeitung eines Schrittes etwas nicht passt und deshalb bei den vorherigen Schritten abgeändert werden muss.

1. Schritt

Schreib eine Ein-Satz-Zusammenfassung von deinem Roman. Ich weiss, dass dies jetzt sehr schwer klingt. Du kannst dir aber ruhig Zeit lassen. Beachte dabei, dass du den Satz allgemein hältst, d.h. keine Namen erwähnen. Wenn die Hauptfigur ein Superheld ist, dann schreib einfach Superheld. Versuche die “Aufgabe” oder das “Problem” des Hauptcharakters in diesem einen Satz zu zeigen.

Das Beispiel für zum Beispiel das erste Buch der Hungergames-Triologie: eine mutige Frau meldet sich freiwillig für ihre Schwester, um in einer Arena gegen 23 weitere Mitspieler bis zum Tod zu kämpfen. Es ist kurz und verrät nur die Oberfläche des Buches.

Dieser eine Satz ist deine Basis. Er ist das erste Dreieck deiner Schneeflocke. In den nächsten Schritten musst du nun weiter Dreiecke hinzufügen, um eine Schneeflocke zu erhalten.

Tipp: Ich habe mich mit dem ersten Schritt sehr schwergetan. Den Satz habe ich gefühlte 50 Mal gelöscht und geändert. Alles nur dafür, dass ich ihn während der späteren Schritte wieder geändert habe. Deshalb nimm dir vielleicht 30 bis 60 Minuten Zeit und bleibe dann bei der Ein-Satz-Zusammenfassung, die dir am besten gefällt. Dieser Satz ist nicht in Stein gemeisselt und wenn du ihn später nochmals anpassen möchtest, kannst du das jederzeit tun.

2. Schritt

Nun nimmst du diese Ein-Satz-Zusammenfassung und machst einen Absatz daraus. Dieser Absatz sollte den Aufbau deiner Geschichte beschreiben und besteht aus drei Katastrophen und dem Ende. Versuche 5 Sätze zu schreiben, nämlich: Hintergrund, Katastrophe 1, Katastrophe 2, Katastrophe 3, Ende. Zu kannst dir diese Absatz-Zusammenfassung als einer Art Klappentext auf der Rückseite eines Buches vorstellen. Nur das dort das Ende nicht bekannt gegeben wird.

Als Stütze für die Katastrophen, kannst du dir vorstellen, dass bei der ersten Katastrophe irgendetwas schlimmes passiert. Danach versucht der Hauptcharakter alles wieder in Ordnung zu bringen bzw. die Situation zu ändern. Da dies aber nicht wirklich funktioniert, folgen die beiden anderen Katastrophen.

Tipp: Versuche auch hier nicht zu lange an den Sätzen zu feilen. Dieser Schritt ist vor allem wichtig, um den Aufbau deiner Geschichte zu kreieren und um herauszufinden, ob die Geschichte spannend genug ist (genügend Katastrophen aufweist). Wenn der Aufbau steht, kannst du die Struktur der Sätze immer wieder auch bei den Späteren Schritten ändern.

Schritt 3

Bei diesem Schritt werden deine Hauptfiguren kreiert. Für jeden Hauptcharakter schreibst du eine Storyline auf. Das ist wichtig, da du so bereits eine kleine Zusammenfassung der Geschichte aus Sicht von jedem Charakter hast. Ebenfalls erkennst du die Verknüpfungen zwischen den Storylines sofort und kannst später darauf aufbauen.

Folgende Punkte müssen in deiner Aufstellung inkludiert sein:

  • Den Namen des Charakters
  • Eine Ein-Satz-Zusammenfassung der Storyline des Charakters
  • Die Motivation des Charakters (was möchte er allgemein?)
  • Das Ziel des Charakters (was möchte er konkret?)
  • Der Konflikt des Charakters (was hindert ihn daran, das Ziel zu erreichen?)
  • Die Erleuchtung des Charakters (was lernt er, wie verändert er sich)
  • Eine Ein-Absatz-Zusammenfassung der Storyline

Nach diesem Schritt hast du dann bereits einen guten Überblick über die verschiedenen Perspektiven deiner Geschichte.

Tipp: Die Fragen kannst du kurz und bündig beantworten. Bei der Storyline darfst du aber ein bisschen ausführlicher sein. Ich hatte anfangs das Gefühl, hier bereits einen halben Roman schreiben zu müssen. Doch dies folgt dann bei den weiteren Schritten.

Schritt 4

Inzwischen solltest du wissen, ob deine Geschichte als Buch funktionieren wird oder nicht. Wenn bis jetzt alles super gelaufen ist, darfst du deine Ein-Absatz-Zusammenfassung aus Schritt 2 zur Hand nehmen und erweitern. Aus jedem Satz machst du nun einen eigenen Absatz.

Beachte auch hier, dass jeder Absatz mit einer Katastrophe endet und der letzte dann das Ende erzählt. Es muss noch nicht allzu detailliert sein aber trotzdem die wichtigsten Punkte deiner Geschichte beinhalten.

Tipp: Ich habe mir als Grundsatz genommen, aus jedem Satz einen Absatz mit fünf Sätzen zu machen. Das ergab bei mir in etwa eine einseitige Zusammenfassung meiner Geschichte.

Schritt 5

Nun zurück zu den Charakteren. Es wird Zeit für jeden deiner Hauptcharaktere eine einseitige Beschreibung zu machen. Diese Zusammenfassung sollte die Geschichte aus der Sicht des Hauptcharakter erzählen. Dieser Schritt ist wichtig, weil deine Charaktere dir die Geschichte erzählen.

Tipp: Ich habe für jeden Charakter ca. eine Seite geschrieben. Für die Struktur, habe ich mich an die einseitige Zusammenfassung von Schritt 4 gelehnt. Am Schluss hatte somit jeder Charakter fünf Absätze, einen für jede Katastrophe und das Ende. Dies war auch eine super Strategie, um die jeweiligen Teile der Geschichte von jedem Charakter miteinander zu vergleichen.

Die nächsten fünf Schritte findest du gleich hier im zweiten Teil!


4 thoughts on “Die Schneeflockenmethode – Teil 1

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